Wer am Arbeitsplatz über Achtsamkeit sprechen möchte, bekommt teilweise immer noch den Stempel des Esoterikers aufgedrückt. Dabei ist dieses Vorurteil längst überholt, denn die Auswirkungen von Meditation und Achtsamkeitstraining wurden bereits wissenschaftlich belegt und lohnen sich nicht nur für den Einzelnen, sondern für das ganze Unternehmen. Wir geben dir die wichtigsten Fakten an die Hand, mit denen du sachlich über das Thema Achtsamkeit im beruflichen Kontext aufklären kannst.

Mit Wissenschaft überzeugen

Welche Gedanken sind dir durch den Kopf geschossen, als du das erste Mal von Achtsamkeit gehört hast? Welche Assoziationen bestimmte Wörter in uns wecken, hängt damit zusammen, wie viel wir eigentlich über das Thema wissen. Wer sich selbst noch nie oder nur wenig mit Meditation auseinandergesetzt hat, bei dem wird das Wort wahrscheinlich die klassischen Assoziationen auslösen: Esoterik, Räucherstäbchen, Wohlfühl-Gemeinschaft. Wenn dein Gegenüber skeptisch auf das Thema reagiert, hast du die Chance, neue Perspektiven zu beleuchten – am besten mit Hilfe der Wissenschaft. Denn Achtsamkeit und Meditation lassen sich tatsächlich mit fundierten Hintergründen aus der Neurowissenschaft und Psychologie erklären. So kannst du zum Beispiel auf die Vielzahl der gesundheitlichen Vorteile von Meditation verweisen, wie zum Beispiel der positiven Auswirkungen auf die biochemischen Vorgänge im Körper, die Verbesserung des Immunsystems oder die Reduzierung von stressbedingten Krankheiten wie Schlafproblemen, Kopfschmerzen und Bluthochdruck. Für eine leicht verständliche und moderne Erklärung, kann auch der Achtsamkeits-Begriff von Jon Kabat-Zinn helfen. Der Begründer der modernen Achtsamkeit definiert Achtsamkeit als ein Konzept, mit dem man seine Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment richtet, ohne diesen zu bewerten. So lernt man nicht nur einen besseren Umgang mit Konflikten, sondern kann auch angenehme Gefühle, wie Glück oder Dankbarkeit, stärker wahrnehmen.

Leistungssteigerung ist eine Folge, nicht das Ziel

Die ständige Selbstoptimierung ist ein Phänomen unserer modernen Gesellschaft. Kritiker haben mittlerweile Sorge, dass der Achtsamkeitstrend ausgenutzt wird, um den Menschen noch leistungsfähiger zu machen. Dieser Kritikpunkt ist nicht ganz unbegründet, schließlich greifen viele Menschen auf Achtsamkeitstechniken zurück, um belastbarer, konzentrierter und insgesamt leistungsfähiger zu werden. Trotzdem geht es in erster Linie um das wichtigste Gut von allen: Das eigene Wohlbefinden. Wer Achtsamkeit und Meditation verstehen will, muss sich also auf ihren Kern besinnen und die Selbstwahrnehmung in den Vordergrund stellen. Schließlich konzentrieren sich Meditation und Achtsamkeit primär auf das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers und der eigenen Bedürfnisse. Es geht darum, nichts zu erzwingen, nichts leisten zu müssen, sondern Gedanken und körperliche Empfindungen so zu akzeptieren, wie sie sind. Durch die bewusste Fokussierung nach Innen, findet man schnell heraus, wie es einem wirklich geht und schärft das Gefühl für die eigene Belastungsgrenze. Die vielen positiven Effekte, die wir als leistungssteigernd einordnen, sind meist Folgen dieser geschärften Wahrnehmung und nicht das Ziel.

Achtsame Menschen sind auch achtsame Mitarbeiter

Oft wird der Arbeitsplatz als ein Ort wahrgenommen, an dem wir unsere Leistungen abrufen, unsere Kreativität ausleben und die eigenen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Das kann viel Freude bereiten aber auch an den Kräften zehren. Deshalb ist es wichtig, kleine Pausen einzulegen und sich auch am Arbeitsplatz einen regelmäßigen Ausgleich zu schaffen. Denn nur so kann man langfristig sein volles Potenzial ausschöpfen. Gerade deshalb lohnt sich Achtsamkeitstraining auch für Unternehmen. Schließlich ist ein glücklicher und gesunder Arbeitnehmer die wichtigste Ressource in jedem Team. Wenn du dazu beitragen möchtest, eine achtsame Unternehmenskultur zu schaffen, kannst du damit beginnen, dir die konkreten Auswirkungen auf den Arbeitsalltag bewusst zu machen. Dass Meditation die Konzentration und Stressresistenz fördert, ist mittlerweile bekannt. Doch Achtsamkeitstraining hat noch viele andere Effekte: So hilft Meditation auch dabei, kreative Lösungsansätze zu finden, die Intuition zu stärken und die emotionale Intelligenz weiterzuentwickeln. Fähigkeiten, die einen jeden Tag dabei unterstützen, die Kollegen besser zu verstehen, Konflikte einfacher zu lösen und eine gute und produktive Stimmung im Büro zu schaffen. Wenn diese positiven Effekte eines verdeutlichen, dann ist es, dass Achtsamkeitstraining auch am Arbeitsplatz eine Menge leisten kann.

Stärke statt Schwäche

Achtsamkeit im Unternehmen einzuführen, kann mühsam sein – vor allem, wenn das Unternehmen oder die Branche keinen Bezug zu der Thematik hat. Dann kann es ganz schnell heißen: “Achtsamkeit passt einfach nicht zu uns”. Vielleicht gibt es auch an deinem Arbeitsplatz oder in deinem Unternehmen Kollegen, die glauben, dass Meditation und Achtsamkeitstechniken die Menschen nur “gefühlvoller” und “sensibler” machen. Diesen Kollegen kannst du ganz klar entgegnen: Es sind diese “weichen” Fähigkeiten, die es Meditierenden erlauben, in vielen Bereichen an Stärke zu gewinnen – als Arbeitnehmer und als Arbeitgeber. Schließlich helfen Meditation und Achtsamkeit, mehr Selbstbewusstsein aufzubauen, mehr Vertrauen in die eigene Intuition zu haben und bessere Entscheidungen zu treffen. Wenn du Achtsamkeit in deinem Unternehmen thematisieren möchtest, solltest du daher auch über diese Stärken aufklären.

Alles nur ein Hype?

Obwohl sich die Wissenschaft schon seit Jahrzehnten mit Achtsamkeit und Meditation beschäftigt, wird das Thema von den Medien gerade jetzt verstärkt gehypt. Doch Zukunftsforscher sehen das langfristige Potenzial der Achtsamkeitsbewegung, denn sie ist ein universelles Werkzeug, das uns nachhaltig in unserem Leben unterstützt. Man muss kein Zukunftsforscher sein, um zu erkennen, dass Achtsamkeit kein Verfallsdatum hat. Schließlich werden durch regelmäßiges Training nachweislich bestimmte körperliche und geistige Fähigkeiten geschult. Fähigkeiten, die es uns erlauben, nicht nur mit uns selbst, sondern auch mit der Außenwelt besser umzugehen.

Gerade wenn es um das Thema Achtsamkeit geht, trifft man immer wieder auf Vorurteile. Doch mit der richtigen Aufklärung kannst du einen sachlichen und wissenschaftlichen Zugang zu dem Thema schaffen. Du kannst zeigen, dass Achtsamkeit nicht nur ein Hype ist, sondern ein effektives Werkzeug, um die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen und das Miteinander – privat oder beruflich – harmonischer zu gestalten.